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Etappe 51 - Yenne nach Saint-Genix-les-Villages

  • Autorenbild: Simon Exenberger
    Simon Exenberger
  • 17. Okt. 2021
  • 3 Min. Lesezeit

Als wir die Herberge heute Früh verlassen bietet sich ein ähnlich trübes Wetterbild wie gestern. Der vorhergesagte Sonnenschein muss sich also erst seinen Platz verschaffen. Nachdem in der Kirche Notre Dame de ‘Assomption gestern Nachmittag eine Trauung stattgefunden hatte, besuchen wir das Gotteshaus aus dem 12. Jahrhundert heute vor dem Etappenstart. Einige Ordensfrauen sind mit der Vorbereitung der Sonntagsmesse beschäftigt - ein Gespräch bleibt aufgrund der Sprachbarriere leider sehr kurz.

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Am Ortsausgang von Yenne beginnen wir mit dem langen Aufstieg zum Mont Tournier. Die Nebelschwaden hängen dicht am Berg und verwandeln den stillen Wald zu einer etwas schaurigen Umgebung.

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Zeitweise geht jeder von uns heute sein ganz eigenes Tempo. Ich finde das gut und richtig so. Die natürlich gewählte Geschwindigkeit und der eigene Rhythmus sind wichtig, um diesen meditativen Flow-Zustand zu erreichen, bei dem die Gedanken zu fliegen beginnen. Im Gegensatz dazu ist das Gehen zu Zweit ein gänzlich anderes Erlebnis, das ich keinesfalls minder schätze. Das Anpassen, Zuhören, Einfühlen und vor allem das Gespräch ist eine große Bereicherung.


Wir lassen die Aussichtspunkte entlang der Strecke auf den ersten Stunden getrost aus und hoffen auf Sonnenschein am Gipfel.

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Die Beschaffenheit des Wanderpfades auf den Berg hinauf ist nicht immer einfach. So entwickelt sich kein gedankenloser Trott sondern ein behutsames Steigen, um nicht abzurutschen und sich womöglich zu verletzen.

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Nachdem der Großteil der Steigung bezwungen und eine Jagdhütte passiert ist, in der heute reger Betrieb herrscht, ist es plötzlich soweit: In einem magischen Moment bricht die Sonne mit kräftigen Strahlen durch den Hochnebel.

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Wie gestern geht es danach ganz schnell und die Nebelbank löst sich innerhalb einer halben Stunde auf. Bevor wir zum höchsten Punkt aufsteigen, wenden wir uns bei einer Gelegenheit nun der steilen Bergkante zu und staunen über das imposante Panorama. In einer großen Schleife verlässt die Rhone das französische Alpenvorland und nimmt Kurs auf die Stadt Lyon.

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Der Ausblick und die damit verbundene Trink- und Snackpause beflügeln für die letzten 200 Höhenmeter auf den Berg hinauf. Im Gegensatz zum Vormittag sieht der Wald, durch den wir langsam abwärts wandern, jetzt hell und einladend aus.

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Bevor wir den Berg wieder verlassen, halten wir an diesem Platz Rast und stärken uns mit einer Jause. Der regionale Käse, den wir gestern besorgt hatten, schmeckt besonders gut.

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Der restliche Weg zum Etappenziel führt vorwiegend bergab und schmerzt ein wenig in den Knien. Erwähnenswert ist noch die Ortschaft St-Maurice-de-Rotherens, deren Panoramablick von den Alpen im Osten bis in die Ebene im Westen reicht. Als wir die Wasserflaschen bei öffentlichen Toiletten auffüllen, sehen wir die erste alte Hocktoilette - wohl auch ein Indiz dafür, dass wir uns Südeuropa nähern.

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In Vorfreude auf eine ganz besondere Unterkunft heute ist ein Hügel bei der Ortschaft Cote Envers schnell bezwungen und wenig später die 2.000 Einwohner zählende Gemeinde St. Genix les Villages erreicht. Der Ort liegt am Fluss Guieres, der die Grenze zwischen dem Departement Savoyen und Isere bildet. Am östlichen Ortseingang kommen wir an der erhaben stehenden Chapelle de Pigneux und einem malerisch gelegenen Friedhof vorbei.

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Im Ort ist unser Domizil rasch gefunden: es handelt sich um ein renoviertes Privatschloss, in dem man nun auch nächtigen kann. Da das Haus leider über kein Restaurant verfügt, wird eine Pizza besorgt und anschließend mit der Planung der kommenden Tage und der nahenden Rückreise begonnen.

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Mit über 900 Höhenmetern darf der Abschnitt als Bergetappe gewertet werden. Ich bin mir sicher, dass wir gut schlafen werden..

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